Über Faustlos mit Eltern

Eltern sind neben Lehr- bzw. Erziehungskräften die Personen mit dem größten Einfluss auf die sozial-emotionalen Kompetenzen ihrer Kinder. Kinder lernen vor allem durch Nachahmung und „Abkucken“. Die Familienmitglieder und insbesondere die Eltern sind dabei äußerst wichtige Modelle für den kompetenten Umgang mit alltäglichen (Konflikt)Situationen. Um Eltern in ihrer täglichen Erziehungsarbeit zu unterstützen bietet das HPZ deshalb ein spezielles Seminar für Eltern (HPZ-Elternseminar) und zwei Fortbildungen für Erziehungs- und Lehrkräfte an (HPZ-Elterntrainer, Interkulturelles Elternseminar).

Gerade wenn im Kindergarten oder in der Schule das Faustlos-Programm umgesetzt wird, ist es äußerst förderlich, wenn die Kinder auch zuhause auf die dort vermittelten Konzepte und Ideen treffen. Im HPZ-Elternseminar werden deshalb die Kerninhalte des Curriculums vermittelt, und die Eltern erfahren, wie sie die faustlosen Kompetenzen ihrer Kinder zuhause gezielter mitfördern können. An den HPZ-Elternseminaren sollten mindestens 20 Eltern teilnehmen. In dem fünfstündigen Seminar wird erst über Inhalte und Aufbau der Faustlos-Curricula informiert. Anschließend werden grundlegende Fähigkeiten und Konzepte zur positiven Erziehung vermittelt. In drei weiteren Abschnitten, werden die Eltern aktiv in die drei Einheiten der Faustlos-Curricula "Empathieförderung", "Impulskontrolle" und "Umgang mit Ärger und Wut" eingeführt. In diesen Fortbildungsabschnitten erfahren die teilnehmenden Personen, wie sie die zentralen Faustlos-Kompetenzen zuhause unterstützen können und wie sie sie selbst - mit den Kindern oder mit dem Partner bzw. der Partnerin - praktisch anwenden können. Die jeweiligen Umsetzungsmöglichkeiten werden dabei in Rollenspielen und anhand realer Beispielsituationen der teilnehmenden Personen geübt, so dass die Anwendung und Übertragbarkeit deutlich wird und die Eltern direkt von der Fortbildung profitieren (z. B. per Lösung aktueller Erziehungsprobleme.)

Die insgesamt viertägige Fortbildung zum HPZ-Elterntrainer richtet sich an Erziehungs-, Lehr- und weitere Fachkräfte, die eine soziale, pädagogische oder psychologische Grundausbildung haben. Sie qualifiziert zur selbstständigen Durchführung des HPZ-Elternseminars und von sieben vertiefenden Modulen (Elternabende à 2,5 h) mit folgenden Themenschwerpunkten:

  1. „Mein Kind will dies, aber ich will das!“ – Unterschiedliche Wahrnehmungen
  2. „Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet!???“ – Blockaden einer einfühlsamen Erziehung
  3. „Wir schaffen das!“ – Aufbau von Selbstvertrauen und Zuversicht
  4. „Mit Entscheidungsfreude ans Ziel“ – Zielbestimmung, Flexibilität, Entscheidungskompetenz und Handlungsplanung
  5. „Vom Ärger zur Gelassenheit“ – Wut und Ärger beginnen im Kopf
  6. „Das Gute an Wut und Ärger“ – Die Kraft der Wut nutzen, Grenzen und Konsequenzen
  7. „Stress- und Zeitmanagement“ – Stressreduzierung, Zeitdiebe erkennen, Bewegung, Entspannung

Elternarbeit stößt häufig dann an Grenzen, wenn der Anteil nicht deutsch sprechender Eltern mit anderen kulturellen Hintergründen besonders groß ist. Für die Arbeit mit dieser Elterngruppe haben wir ein spezielles Elternseminar entwickelt, das die tradierten Wertvorstellungen verschiedener Kulturen berücksichtigt und an die Sprachkompetenz nicht deutschsprachiger Eltern angepasst ist. Das Interkulturelle Elternseminar umfasst drei Elternabende. Die eintägige Kursleiterschulung zur Interkulturellen Elternarbeit richtet sich an Erziehungs-, Lehr- und weitere Fachkräfte, die eine soziale, pädagogische oder psychologische Grundausbildung haben. Sie qualifiziert zur selbstständigen Durchführung des Programms (drei Elternabende à 2,5 h), das nicht ausschließlich, aber besonders auf nicht-deutschsprachige Eltern (faustloser) Kinder mit unterschiedlichem Migrationshintergrund zugeschnitten ist.