FAQ

Wenn in einer Klasse/Schule bereits das gesamte Faustlos-Programm durchgeführt wurde (z.B. wie vorgesehen von der 1. bis zur 3. Klasse), die Lehrkraft aber weiterhin mit dem Curriculum bzw. dessen Inhalten arbeiten möchte, dann sind hierfür verschiedene Möglichkeiten denkbar:

  • Wiederholung einzelner Lektionen bzw. Einheiten, in denen noch “Nachholbedarf” bzw. Vertiefung nötig wäre
  • Regelmäßig verschiedene Rollenspiele aus den einzelnen Lektionen/Einheiten durchführen (entweder bewusst solche, die bereits einmal gespielt wurden oder neue)
  • Vertiefendes Arbeiten mit den Materialien auf der Faustlos-CD
  • Faustlos-Theater-Aufführungen planen und durchführen
  • Faustlos-Rollenspiele z.B. auf Weihnachtsfeiern vorführen
  • Bewusstes und gezieltes Anwenden der faustlosen Kompetenzen in realen Konfliktsituationen (unter enger Anleitung der Lehrkraft)
  • Häufiges Arbeiten mit den beiden Postern. Das Problemlöseposter kann z. B. auch auf Nicht-Konfliktsituationen angewendet werden.
  • Spielerische Vertiefungen mit dem Wilden Willi und dem Ruhigen Schneck (oder mit anderen geeigneten Handpuppen)

Die Eltern sollten vor Beginn der Umsetzung - z.B. auf einem Elternabend - umfassend über Faustlos informiert werden.

Begleitend zur Umsetzung werden sie in regelmäßigen Abständen über Inhalte und Verlauf der Faustlos-Lektionen informiert (im Anweisungsheft sind entsprechende Briefentwürfe enthalten).

Eltern können zudem auch dadurch in die faustlose Arbeit eingebunden werden, dass ihnen entsprechende Bücher (vgl. Shop) empfohlen werden, und zudem können Eltern an der HPZ-Elternschule teilnehmen.

Für die Umsetzung von Faustlos in jahrgangsgemischten Klassen gibt es keine einfache (Patent-)Lösung.

Die Lösungsmöglichkeiten hängen stark von der jeweiligen Stunden- bzw. Schulkonzeption ab. Wenn die Schule bzw. Lehrkraft bereits nach dem Werkstatt- oder Stationenprinzip arbeitet, dann können natürlich auch für die Faustlos-Lektionen jeweils entsprechende Kleingruppen gebildet werden.

Grundsätzlich empfehlen wir deshalb, dass mit Faustlos an der jeweiligen Schule genau so verfahren wird, wie mit Schulfächern, die einen curricularen Aufbau haben. Diese Lösungsvarianten lassen sich dann ja 1 zu 1 auf Faustlos übertragen.

Wir empfehlen, die Lektionen möglichst regelmäßig in ca. einwöchigen Abständen durchzuführen.

Letztlich entscheidet aber jeweils die Erziehungs- bzw. Lehrkraft, welches Tempo für Ihre Kinder am besten geeignet ist.

Idealerweise wird die nächste Lektion erst dann durchgeführt, wenn die Lerninhalte der vorherigen Lektion von den meisten Kindern verstanden wurden und genügend Zeit zum praktischen Umsetzen im Alltag gegeben wurde.

Zu Beginn der Arbeit mit Faustlos ist es zu empfehlen, sich möglichst eng an die Vorgaben zu halten.

Mit der Zeit wird sich dann der jeweilige Stil der Lehr- bzw. Erziehungskraft mehr und mehr durchsetzen. Je authentischer, desto besser!

Auch hier gilt die Faustregel: Wichtig ist, den didaktischen Vierschritt (1. Bildbesprechung, 2. Modellrollenspiel, 3. Rollenspiel der Kinder, 4. Transfer in den Alltag) umzusetzen.

Viele Schulen und Kindergärten konnten Faustlos durch die finanzielle Unterstützung von Fördervereinen, Krankenkassen, Banken, Gemeindeunfallversicherungen, Lions Club, Eltern, ortsansässigen Firmen und/oder einer Eigenbeteiligung von Lehr- bzw. Erziehungskräften umsetzen.

Oft wird eine Mischfinanzierung realisiert, indem z.B. die Materialien über den Lehrmitteletat bezahlt werden, während die Fortbildung von Sponsoren finanziert wird.

Grundschulen und Kindergärten, die mit Faustlos arbeiten wollen, können sich bzgl. einer finanziellen Unterstützung an die Stiftung Bündnis für Kinder - gegen Gewalt wenden.

Eine Wiederholung einzelner Lektionen ist aus unserer Sicht nur in den wenigsten Fällen sinnvoll.

Meist ist es förderlicher, verstärkt auf eine Umsetzung der erlernten Fähigkeiten im Alltag hinzuarbeiten, und entsprechende Möglichkeiten der "sozialen Partizipation" zu ermöglichen. Das unterstützt die Festigung der erlernten Fähigkeiten im Regelfall besser, als ein Wiederholen einzelner Lektionen.

Hierfür können folgende Ideen hilfreich sein:

  • Verwendung des Faustlos-Logos auf Informationspapieren, Plakaten, Buttons usw.
  • Regelmäßige Teambesprechungen zu Faustlos-Inhalten (Intervision)
  • Einbezug der Eltern (z.B. durch Faustlos-Informationsstunden, HPZ-Elternschule, Informationsfilm, ...)
  • Umsetzung von Faustlos-Inhalten per kreativer Aktionen (z.B. Kinder-Theater, Mal-Aktionen, Wettbewerb zur Entwicklung eines „Faustlos-Superhelden“, ...)
  • Ausstellungen zu Faustlos-Themen (z.B. Zeichnungen, Texte der Kinder)
  • Kooperation mit anderen Institutionen (Kindergärten, Schulen)

Die Grundschul-Lektionen sind in etwa auf 45 Minuten (in der Grundschule) bzw. 20 Minuten (im Kindergarten) hin angelegt.

Die ersten Lektionen dauern meist weniger lang. Wichtig ist, dass jeweils folgender Vierschritt umgesetzt wird:

  1. Bildbesprechung,
  2. modellhaftes Vorführen durch die Lehr- bzw. Erziehungskraft,
  3. Rollenspiele der Kinder,
  4. Transfer in den Lebensalltag der Kinder.

Nur wenn Wissensvermittlung (Bildbesprechung) und praktisches Üben (Rollenspiele, Transfer) miteinander verbunden werden, ist der Lernerfolg maximal.

Viele Lehrkräfte splitten die Lektionen, indem sie die Bildbesprechung in einem Fach machen, in der sie sich vom Inhalt der Lektion her anbietet und die Vertiefung (Übungen, Rollenspiele) in einem anderen Fach durchführen, das sich hierfür wiederum besonders anbietet (z.B. Sport, Musik, ...).

Als Zeitvorgabe für das gesamte Curriculum empfehlen wir

  • ca. 1 Jahr für das Kindergarten-Programm und
  • ca. 3 Jahre für das Grundschul-Programm,

damit die Kinder jeweils ausreichend Zeit zum praktischen Umsetzen zwischen den Lektionen haben.